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     http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article117254028/Oskar-Alexander-Kurbahn-die-Moorbahn-faehrt-wieder.html
    19.06.13

    Vier Jahre lang wurde die 1,3 Kilometer lange Strecke am Klinikum Bad Bramstedt grundsaniert. Material für die Bahn ist kaum noch zu haben. Am Wochenende wird sie wiedereröffnet.

    Von Wolfgang Klietz

    Foto: Wolfgang Klietz
    Lokführer Andreas Knopf und seine Mitstreiter haben es geschafft: Die Moorbahn ist wieder einsatzbereit
    Lokführer Andreas Knopf und seine Mitstreiter haben es geschafft: Die Moorbahn ist wieder einsatzbereit
     

    Bad Bramstedt. Sie haben sich im Moor von Mücken zerstechen lassen und den Hammer geschwungen, bis der Torf zitterte. Als Geld und Leute fehlten, wollte Vereinschef Andreas Knopf das ganze Projekt hinschmeißen. Dann kamen auch noch Einbrecher, die genau wussten, welche Bauteile einer Eisenbahnstrecke sie stehlen mussten, um den Männern aus dem Moor die Arbeit besonders schwer zu machen. Doch sie haben es trotzdem geschafft: Nach vier Jahren Arbeit hat der Förderverein Deutsche Feldbahn die Strecke der 82 Jahre alten Moorbahn am Klinikum Bad Bramstedt grundsaniert, jetzt sollen die Züge für Touristen und Moorfreunde regelmäßig fahren.

    Oskar-Alexander-Kurbahn haben die Moorbahner ihr Projekt genannt und damit dem Gründer der Bramstedter Rheumaheilstätte ein rollendes Denkmal gesetzt. 1,3 Kilometer ist die Strecke lang. Der baumlange Knopf und seine kräftigen Freunde haben 500 Schwellen verlegt, 3000 Nägel hineingeprügelt und 120 Kubikmeter Sand verbraucht.

    Material für eine kleine Feldbahn ist in Deutschland kaum noch zu haben, die Gleisnägel hat Knopf aus Rumänien herangeschafft. Für Diebe lohnt sich ein Besuch nicht mehr, das Metall ist verbaut. Beim letzten Einbruch mussten sich die Täter mit 300 Liter Diesel begnügen, die sie aus einem alten Bagger des Klinikums abzapften.

    Die Kurbahn bietet die einzige Chance, das Bramstedter Moor kennenzulernen. Die ökologisch kostbare Fläche, aus dem sich früher die Rheumaklinik für ihre Bäder mit Moor bediente, ist für Fußgänger tabu. Hier gilt die alte Regel: Wer im Morast versackt, kommt erst nach 1000 Jahren wieder hoch. Erst vor wenigen Tagen hat Knopf einen Mann aus dem Dreck gezogen, der über den Zaun geklettert war und im kalten Matsch baden wollte. Nackt stand der Mann bis zur Brust im Dreck und erklärte, er wolle die Heilkraft des Moores nutzen. "Noch drei Schritte weiter und er wäre eingesunken", sagt Knopf, der den Unbekannten zunächst rettete, dann Klartext mit ihm sprach und ihn schließlich vom Gelände schickte.

    Der Förderverein will die Bahn auch im Winter fahren lassen

    Wer sich an die Öffnungszeiten und Wege bis zur Bahnstation hält, ist willkommen. Knopf und seine Vereinsfreunde haben ein umfangreiches Programm für Besucher augestellt, das bis Ende 2014 durchgeplant ist. Auch im Winter wird die Kurbahn fahren. Dabei wollen sich die Männer an einen Grundsatz halten: Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

    Am 22. und 23. Juni will der Verein wiedereröffnen. Neben den Fahrten bieten die aktiven Mitglieder Führungen an und erklären Geschichte und Bedeutung des Moores. Zu den weiteren Attraktionen werden Aktionen mit der Freiwilligen Feuerwehr und Konzerte im Moor zählen. "Wahrscheinlich wird es Klassik in den Abendstunden sein", sagt Knopf, der sich keine andere Musik in dem kleinen Naturparadies vorstellen kann. Auch einen Namen hat er dafür schon gefunden: Glühwürmchen-Konzert. Auch Schulklassen sind im Moor gern gesehen, wenn sie an einer Führung teilnehmen. Die erste war schon da.

    50 Wagen gehören zum Fuhrpark. Fünf Loks gehören dazu, doch nur eine ist fahrtüchtig. "Das ist unser größtes Problem", sagt Andreas Knopf.

    Gebrauchte Loks sind schwer zu bekommen, neue kosten viel Geld

    Die vier Tonnen schwere EL 110 stammt aus dem alten Bestand der Klinik, wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und leistet locker 13 PS. Noch fährt der knallblaue Oldtimer, aber wie lange noch? "Dampf ist die Zukunft", sagt Andreas Knopf, der sich begeistert eine schnaufende "Emma" im Moor vorstellt. Doch gebrauchte Loks sind kaum zu bekommen, neue kann der Verein nicht bezahlen. Eine moderne Feldbahnlok kostet satte 160.000 Euro.

    Besucher sollten festes Schuhwerk tragen. Das Gelände ist am Wochenende von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Besucher sollten über die Oskar-Alexander-Straße fahren und der Beschilderung folgen.